Heute Vormittag bin ich wieder in den OP marschiert.
Leider war heute wenig bzw. nur kleine Punkte auf dem Plan, wobei der Operateur keine Hilfe brauchte und ich nur Kleinarbeiten wie Anreichen von OP Stuff hatte.
Naja weil ich eher der aktive Mensch bin, hab ich einfach den Anästhesiten gefragt, ob ich den Spinalen Block in den Rücken setzen darf… er stimmte sofort zu. Ich war glücklich. Und bämmmmm, direkt auf den ersten Versuch klappte alles und die OP konnte starten.
Als dann aber nichts mehr los war, entschied ich mich in den Mittag zu gehen.
In der Mittagspause wollte uns die Tochter des Hausherren für morgen Essen schenken. Wir sollen Reis kochen und ein Hühnchen essen.
Das haben sie auch direkt mitgebracht. Als uns dezent die Gesichter entglitten, meinte sie, oh ihr wisst nicht, wie man es umbringt?
Und wir erklärten ihr schwerenherzens und vermutlich absolut undankbar das Geschenk ablehnend, dass wir alle bis auf zwei Vegetarier sind.
Sie resignierte, meinte dann aber wir können das Huhn ja einfach in unser Zimmer nehmen, wenn die zwei es wollen. Haha oh Mann war das ne Nummer 😂.
Nachmittag ging es in die Labour, also zu den Geburten und tatsächlich, bin ich direkt in eine komplizierte Geburt geschlittert. Eine Vakuum Extraktion, bei der ich mit Hand das Vakuum erzeugte. Das Teil sah echt abenteuerlich aus. Krass war, dass ein Arzt sich über den Bauch der Patientin stellte und mit ganzer Kraft drückte, seine Umhängetasche fiel somit über ihn auf die Patientin und es war wirklich nichts Gutes. Soweit ich das noch weiß, ist das in D absolut selten und bedarf immer erst ein Einverständnis. Hier war mein Eindruck, dass die Frau keine Wahl hatte.
Es brauchte noch einen Dammschnitt und das Kind konnte geboren werden.
Leider atmete es nicht.
Aber, nach ein paar Minuten Beatmung wurde alles besser.
Er fragte mich ob ich zunähen kann. Hehe – ich wollte gerne, aber schaute mir das erstmal nochmal an und wollte es dann beim nächsten mal machen.
Also assistierte ich ihm.
Leider bin ich immer noch etwas krank. Nachdem mir der Pfleger erzählte, man solle nichts mehr auf dem Markt kaufen, es gehe gerade Cholera rum, war ich schon kurz hypochondrisch. Zuhause aß ich gleich die deutschen Salzkräcker, um schön der Dehydration entgegenzuwirken.



