Heute ist mein wirklich letzter Tag im Krankenhaus.
Zur großen Frühbesprechung war die Palliativstation mit einem Vortrag dran.
Sie erzählten, dass es schon gewünscht ist, den Patienten ehrlich ihre Prognose mitzuteilen. Es sei eigentlich nicht allzu üblich und deswegen appellierte sie in die Runde, dass man das schon machen könne. Oha!!
Danach bin ich nochmal zur Chefin der Pädiatrie gegangen und wollte mich verabschieden. Wir waren verabredet. Sie kam einfach eine Dreiviertelstunde zu spät. Ich erreichte sie auch nicht. Als sie kam, schlurfte sie so gemütlich durch die Gegend, als langweilte sie sich während sie durch die Klinik schlappte. Das ist immer noch ein lustiges Bild, wie hier einfach nie Stress oder Tempo aufkommt 😆
Meinen letzen Tag verbrachte ich nochmal im OP. Es gab einen Darmverschluss, bei dem schon 60cm schwarz, also tot waren, der entfernt werden musste.
Der nächste hatte seine 3. OP am Bauch. Die vorherige Klinik solle gepfuscht haben, jetzt war der Darm ins Skrotum gefallen und er hatte ein Skrotum in der Grösse zweier Wassermelonen. 🫣
Eine andere Studentin stand bei einer Gyn OP 3m entfernt und musste sich waschen, weil so viel Blut spritze, dass sie von Kopf bis Hüfte vollgespritzt war. Ich spühte sie überall mit Desinfektion ein. Anderswo steht trotz so vielen Spenden immer noch keins herum.
Aber als ich neulich 5 Flaschen mitbrachte, schütteten sie sich auch gefühlt alles direkt über, als sei es ein Geschenk sich einmal darin komplett zu tränken.
Mittlerweile lache ich und schüttle nur noch den Kopf. Ist halt hier so und daran ändert sich so schnell nix.




