Zur Morgenbesprechung auf der Pädiatrie wurde ein Vortrag zu Verbrennungen gehalten. Grundsätzlich war er echt gut, aber absolutes Basis Wissen. So oberflächliche Infos ist man aus unserem Studium echt nicht gewohnt. Ich stellte eine Frage und musste grinsen als er mich nicht verstand. Er versteht mein europäisches Englisch genauso schlecht wie ich sein Malawisches. Aber, er konnte die Frage doch noch beantworten. Ich habe dann seine Antwort nur kaum verstanden. Auch wenn man sich nach und nach echt besser rein hört und man doch mit den meisten ganz gut kommunizieren kann.
Haha kleiner Schwank, wir wollten gestern an der Straße Samosas kaufen und fragten extra, ob diese ohne Fleisch sind, aber die Einheimisches sprechen ja seltenst Englisch. Sie sagte nur jaja und wir waren dumm und kauften sie. Daraufhin haben wir heute erstmal auf Station alle chichewischen Wörter fürs Fleisch, Huhn, Rind, usw., gelernt und tatsächlich vegetarische bekommen. 😂
Nach der Besprechung sollten wir zwei deutschen Studenten Anna und ich, schon mal raus gehen. Mir war nicht klar warum. Später erzählte mir Rabecca die medical Intern, sie wurden alle mal zu besserer Arbeitsmoral aufgefordert. Sie habe Nachtdienst gehabt, es sind immer nur 2 Ärzte für 3 Stationen, und sie sei nicht gegangen, denn sie habe sich doch müde gefühlt. Es gab auch keinen Ersatz für sie. Das fand ich ja so krass…….
Als sie mir das erzählte, fragte sie mich auch um Geld.
Sie sei auf das Geld ihres Mannes angewiesen, sie ist auch erst 21 und dieser gehe selbst zur Schule. Ich würde doch Geld haben und solle ihr doch bitte aushelfen. Das ist hier schon krass, wie fordernd sie auch manchmal werden. Eine Schwester heute meinte, ich solle ihr meine blauen Ohrstecker geben, der einzige Schmuck den ich hier überhaupt trage. Denn sie habe nur unfarbige Ohrstecker, diese bräuchte sie noch. Ich finde das ganz schön dreist.
Zum Mittag aßen wir in der Krankenhaus Kantine wieder Nsima und ein,al Chipsies mit Bohnen. Zum aufwerten kauften wir uns an der Straße noch je 2 Samosas. Eine meinte wir müssen da jetzt was abgeben, sie wolle auch welche und möchte nicht selber welche holen, wir hätten ja jetzt schon welche und sollen ihr die abgeben.
Das ist meist sehr aggressives Fordern, kein liebes, darf ich bitte was abhaben oder mal probieren, sondern, ein gib es mir! Essen hatte sie ja selbst, sie wollte nur meines haben. Ich kann damit nicht so gut umgehen. Ich finde man muss auch echt mal auf den Putz hauen und klar machen, dass wir Weißen nicht alles haben und verschenken können. Die haben alle irrsinnige Vorstellungen und können sich einfach absolut nicht vorstellen, wie unterschiedlich wir leben und wie teuer unser Leben im Vergleich zu ihrem ist. Sie verdienen zwar auch weniger, aber in Deutschland bekommt man auch kein vollwertiges Mittagessen für 80 Cent am Krankenhaus.
Heute war ich auf der Labour Ward. Der Geburtenstation im Krankenhaus. Das was aussah wie ein Abstellraum mit ausrangierten Betten war der Raum für die kreisenden Frauen. Gebährt wird auf einer Plastikfolie, die die Frauen selbst ausbreiten und mit ihrer eigenen Decke bedecken. Generell wird hier schon ein anderer Ton angeschlagen. Die Frauen ertragen hier viel und klagen überhaupt nicht. Sie leiden super still vor sich her. Hier gibt es null Komma gar keine Medis für die Geburt und sie machen die ganze Zeit kaum einen Mucks.
Teilweise winden sie sich beim Warten auf die Untersuchung auf dem Boden. Keiner bietet ihnen eine Liege an, die liegen auf dem kalten, dreckigen Boden und sie werden eher ignoriert. Heftig.
Meine erste Untersuchung lief super, die Frau musste aber noch zum Ultraschall, worauf sie Stunden warten musste, wegen Komplikationen war dies dringend erforderlich.
In Deutschland war ich auch schon in Tübingen vier Wochen in der Frauenklinik. Ich hatte alleine heute so viel Hands on wie in Tübingen in der ganzen Zeit. Dort hieß es oh nur Student lieber erstmal zuschauen. Hier heißt es, noch nie gemacht?, macht doch nichts, Probier es ruhig. Als ich meinte, können wir die Patientin fragen, ob es ok ist wenn ich das mache, sagte sie klar. Sie hat sie aber gar nicht gefragt😂 Sie merkte aber, dass ich ja nicht blöd war und fragte dann die Frau dann doch etwas. Leider verstand ich ja nicht was. Dann meinte sie nur, es sei ja normal, dass viele Leute an der Behandlung beteiligt sind und dass es natürlich klar gehe. Ich glaube wirklich, dass die Patienten hier nicht viel mitzureden zu haben, sie sind aber auch super ruhig, zufrieden und nehmen es einfach hin. Es ist auch etwas sehr Positives, wenn sie geduldig warten bis sie dran sind und kein extremes Anspruchsdenken herrscht. Das ist auch ein Riesen Unterschied aber interessant, wie das hier so läuft.
Also Fazit, auch hier die Hygiene unterirdisch, ein Auszubildender hat nochmals eine vaginale Untersuchung gemacht, dabei die Fruchtblase durchstochen, also gab es eine Riesen Sauerei. Die Frau musste, weil ihr einziges Tuch, das sie bedeckte jetzt nass war, nackt darauf warten, dass eine Angehörige ihr ein neues brachte. Als ich fragte, ob sie nicht so lange etwas haben kann, um sich wenigstens abzutrocknen, schauten alle extrem irritiert und meinten, nein, die Angehörige bringt doch ein neues Tuch. Somit wickelte sie sich nackt und total nass in ein neues Tuch ein und verlies den Raum. Die Nächste kam rein, die Liege, der Boden, worüber sie ja meist barfuß gehen weiterhin eingesaut, niemand machte es sauber 😆 .
Heute gebahr leider niemand mehr, schien ein Flautentag zu sein, mal sehen wie es morgen wird.

























































