Heute waren Johanna und ich nochmal auf dem Markt unterwegs. Wir verabschiedeten uns schon mal von meinen Lieblingsgemüsehändler.
Er wollte mir direkt zum Abschied zwei Papayas schenken und Telefonnummern austauschen und Fotos machen. 🥳
Er hat uns immer so faire Preise gemacht, dass ich ihn also doch gerne bezahlen wollte. Er freute sich total. Das war so süß, wie glücklich er war, wie er sich gefreut hat.
Johanna hat unweit unserer Unterkunft ihre alten Wanderschuhe abgegeben. Sie haben schon die Generation ihrer Mama durchgemacht und sind leider direkt bei der Ankunft in Afrika kaputt gegangen. Sie wollte sie zur neu Besohlung dem Schuster schenken, dass er diese danach weiterverkauft. Er strahlte überglücklich und der Angehörige nebenan übersetzte ihm, was wir ihm zu sagen versuchten. Sie strahlten und er meinte, Gott schütze uns!
Heute kamen wieder neue Deutsche an. Eine Ärztin und zwei Studenten.
Die Bude Platz jetzt komplett, es sind nicht mal genug Schlafmöglichkeiten vorhanden. Zeit, dass wir mal langsam wieder ausziehen und Platz schaffen 😜.
In der Klinik bin ich immer noch erstaunt, was manchmal passiert.
Ich habe ein Kind visitiert und eine Ärztin gegenchecken lassen. Das Kind wurde nachts mit Husten und Fieber stationär aufgenommen. Es sollten Antibiotika verabreicht werden.
Es hatte jedoch weder Husten, noch Fieber; viel mehr brauchte man eine Taschenlampe, weil es da so finster war…(ich wundere mich immer, wie die da irgendwas sehen wollen), um einen exorbitant massiver Ausschlag über dem ganzen Körper darzustellen. Ich hätte das Kind in die Dermatologie geschickt und nicht stationär aufgenommen. Die Ärztin segnete meine Entlassung von der Station ab. Ich war schon verwundert, dass sonst ein Husten und Fieber therapiert worden wäre und der Ausschlag nicht einmal festgestellt wurde. So konnte es jetzt weitergehend ambulant versorgt werden.
Ebenso entließ ich einen Jungen, der schon mit Lolli rumtobte. Er war wegen Malaria da. Auch ihn hatte niemand angeschaut und das Medikament abgesetzt. Normalerweise bekommen Kinder in dem Alter 3 Tage lang ein spezifisches Antimalariamittel und werden hier symptomatisch behandelt und bei kritischem Verlauf stationär überwacht. Sehr kritisch sah es mit seinem Lolli, nicht aus.
Die vielen vielen Kinder die das Bett brauchen, freuten sich nun über mehr Platz auf Station. Ansonsten werden Betten halt auch manchmal zweigeteilt, wenn nicht mehr Platz ist. Die Mütter und die Angehörigen, die dabei sein müssen, um die Versorgung und Verpflegung vor Ort zu gewähren, sind sehr froh, wenn sie ambulant weiterbehandeln werden können, denn ihr Überleben hängt maßgeblich von der Arbeit ab, die sie vollrichten können, oder eben auch nicht, wenn sie im Krankenhaus sind.