Ich war sehr froh, dass es gestern kein Strom gab und ich unbesorgt ins Bett gegangen bin. Die Kakalake neben meinem Bett hat mich barfuß dann doch kurz überrascht und ist jetzt wahrlich nicht mein Lieblingstier im Zimmer. Leider war das nicht der einzige ungebetene Gast.
Zum Frühstück gab es noch das einpackte Croissant aus dem Flugzeug und Chlorwasser. Wir saßen dazu bequem auf Plastikstühlen vor dem Haus und haben uns überlegt, was wir nun am dringensten den Tag über organisieren und besorgen müssen.
Es ging zu Fuß über Stock und Stein, an Flüssen mit Tonnen voll Plastikmüll vorbei Richtung Markt. Überall verbrennen die Einheimischen den Müll, es ist sehr staubig und es liegen viele tote Tiere herum. Der Geruch ist schon speziell, etwas zwischen Müll und Cyanidgeruch, frisch atmen ist nicht möglich. Am beschriebenen Fluss waschen Afrikaner Schuhe.
Auf dem Weg zum Markt wird man extrem angeschaut, alle sprechen einen an und fragen wie es geht. Smalltalk ist hier extrem gewünscht und vermittelt ein schönes Gefühl von Offenheit, zudem ist man als Weißer einfach die Attraktion. Kinder aber auch Erwachsene aus Autos winken dir zu.
Am Markt angekommen wird man auch direkt angesprochen… ihr seid doch die Freunde der anderen Weißen, kauft bei mir ein, ich mache den besten Preis, ja ist klar, hier muss man schon bisschen aufpassen, sie wissen was sie an dir verdienen können. Ein normaler Tageslohn ist so bei 1 $, an uns verdienen die jedoch eher ein Vermögen. Man muss etwas aufpassen, handeln und darf sich nicht von allen einwickeln lassen. Alle wollen dir was andrehen, alle sprechen dich an.
Als ich einen Händler gefragt habe, mit ihm ein Foto machen zu dürfen, war er so happy, meinte er möchte bitte auch eins haben, damit er es seinem Freunden zeigen kann, er hat gleich 20 identische gemacht 😂 und hat uns dann eine Riesenavocado geschenkt, weil wir jetzt Freunde sind 😎.
Der Markt ist beeindruckend gewesen, sehr reichhaltig und es gab alles. Obst/Gemüse, Frauen die Erbsen pulen, aber auch Elektrik, Klamotten, Schuhe, Baumaterialien, Stoffe, lebende Tiere, aber auch viele tote Fische auf Holzbänken und Unmengen an Heuschrecken. Auch hier intensive Gerüche und viele Eindrücke und unglaublich liebe Menschen.
Eine Frau hat uns mit der neuen Simkarte geholfen, damit wir uns mal ein Datenpanel kaufen können. Hat eine geschlagene Dreiviertelstunde gedauert bis alles funktionierte und freigeschaltet war. Im Smalltalk bekam sie mit, dass wir vergebens versuchten den Flughafen zu erreichen und rief ein paar Freunde an, um uns zu helfen und zu fragen, wo unser Gepäck abgeblieben war. Sie schickte unsere Anfrage per WhatsApp persönlich durch, bei der Telefonnummer die wir bekommen hatten, ging nur eine automatisierte Antwort los, das der Flughafen wegen Überbeanspruchung nicht mehr erreichbar sei.
Unser Gepäck sei nun da, wir müssten nur noch irgendwie dort hin kommen um es abzuholen. Eine Aufgabe die wir akut nicht angingen.
Wir suchten uns lieber ein Café und aßen erstmal etwas, weil unsere Kraft ausgeschöpft und unser Hunger riesig war.
Man sieht Unmengen an Material und Lebensmittel, das Afrikaner auf dem Kopf oder auf Rädern transportieren, teilweise balancieren sie es sogar steile Berge rauf und runter. Das sieht beeindruckend aus.
Der Verkehr ist wie gesagt extrem abenteuerlich, anscheinend sind Verkehrsunfälle an der Tagesordnung, die Leute fahren aber auch verrückt, man muss schon aufpassen nicht überfahren zu werden 😝
Heute habe ich ein Moped gesehen, auf dem 2 Erwachsene, 3 Kinder darunter ein Baby auf dem Rücken festgebunden saßen, das ca. einjährige Kind wurde einfach in die Mitte der Kinder gesteckt. Festhalten war aufgrund des Alters nicht wirklich möglich und einen Helm hat natürlich keiner auf.
Viele Pickups fahren mit Afrikanern auf der Kante der Ladefläche sitzend herum. Das sieht man ständig und scheint hier der absolute Alltag zu sein.









